Fanny-Leicht-Gymnasium
Stuttgart
Abitur
1983
Abi Jahrgang 83 Treffen im Ackermann's Januar 2001
Abi Jahrgang 83 Treffen im Maulwurf April 2008
Treffen im Maulwurf April 2008 alle Fotos als ZIP Datei 134 MB
Ein Schülerleben (vom Kiga zum Abi)
Fragen und Antworten an:
Rut Maier
Junoweg 5
70565 Stuttgart
Tel. 0711/748745

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Gestern war es also soweit unser Abitur jährte sich zum 17. Mal und zu diesem Anlass gab es eine große Fete im Ackermanns. Ich hatte mich extra in Schale geworfen und mir war etwas flau im Magen, beim Gedanken was wohl aus den anderen so geworden war. Beim Ackermanns angekommen lehnte ich mein Fahrrad an einen schwarzen Cadillac, und da ich schon eine Stunde zu spät war hastete ich am Türsteher vorbei der mich komisch musterte. Drinnen stürzte sogleich eine kleine rundliche Person auf mich zu, während sie immer wieder "Schneck, Schneck!" schrie: Überrascht schüttelte ich ihr die Hand es war natürlich Gine. Wie ich schon wusste, arbeitete sie halbtags beim Kaltentaler Metzger, während ihre drei Kinder in der Schule waren. Sie schleppte mich
sofort Richtung Bar. Auf dem Weg dahin kamen wir an vielen Leuten vorbei,
die ich nicht sofort hätte einordnen können, wäre Gine
nicht gewesen. Ich hatte das noch nicht ganz verdaut, da kam schon ein breit grinsender Mann im weißen Leinenanzug mit Panamhut auf mich zu. Ich erkannt ihn sofort: Es war Albrecht der, wie sich herausstellte, erfolgreicher Mephistodarsteller geworden war. An der Bar angelangt, wurde ich von einem dreitüriger Wandschrank fast zerquetscht, den ich sofort als "Göz" identifizierte, den Wirt des Ackermanns; und der auch gleich anfing mit seiner Kneipe zu prahlen. Glücklicherweise erlöste mich hiervon mit freudiger Begrüßung ein bierbäuchiger Glatzkopf, der sich als Karle entpuppte. Er hatte den Maulwurf übernommen, wie ich schon von meinem Sohn gehört hatte. Nebenan tat sich eine
Gruppe hervor, die lautstark diskutierte: Es war unter anderem Hannes,
den ich vom Wahlkampf der Grünen her gut kannte, da er mich in den
letzten Wochen von tausenden von Wahlkampfplakaten herunter angelächelt
hatte. Gerade dieser einen Gruppe entronnen, wurde ich sofort von vier Damen in Beschlag genommen. Die eine, Caroline hatte tatsächlich Volkswirtschaft und Englisch studiert und war eigens aus Massachusetts angereist. Die Person daneben, die sich vor Lachkrämpfen schüttelte, war natürlich Frauke Ehlers, die sich mehr schlecht als recht mit Theaterkritiken durchschlug. Birgit war in der Tat Hebamme geworden. Die Beiden hatten gerade von der Karriere der Heyne-Sisters als Bauchtänzerinnen gehört. Mitten in unsere lebhafte Unterhaltung platzte eine schlanke aufgedonnerte Person: Sabe. Sie erzählte von ihren Schwierigkeiten, sich als Modedesignerin einen Namen zu machen und nebenbei ihren Sohn großzuziehen. Unvermeidlich kam man auf Uwe und Corinna zu sprechen, die getrennt erschienen waren sie lebten in Scheidung. Als mir die Lästerei zuviel wurde, verzog ich mich in Richtung Buffet. Zwischen Flammkuchen und Kässpätzle, Spareripps und Wurstsalat begegnete mir Christoph Bleh, der mich merkwürdig durchdringend ansah, ganz so wie ich es mir bei einem Psychater vorgestellt hatte. Er erzählte mir von Sabine Leicht, die in Indien einen Ashram eröffnet hatte, und wie aufschlussreich es doch sei, dass sie Grün als heilige Farbe ihrer Sekte gewählt hatte. Auf meinem Weg am Buffet entlang, stieß ich auf Jürgen Korthals, der sich einen Teller Salat aufgehäuft hatte. Mir war zu Ohren gekommen, dass er nach wie vor als Hiwi bei der Fraunhofer Gesellschaft arbeitet und finanziell nicht besonders gut gestellt war. Ich suchte mir schließlich eine freien Tisch um etwas Ruhe zu haben und beobachtet das rege Treiben um mich herum: Mir schräg gegenüber saß ein stockbesoffener, verbraucht aussehender Typ, den ich mit Schrecken als Marcel erkannte. Gine hatte mir von ihm erzählt: Er betätigte sich als Animateur auf Mallorca. Inzwischen war es spät geworden und da die Bedienung ungemütlich wurde und anfing aufzustuhlen und die letzten noch nicht leergetrunkenen Weingläser entwendete, hielt ich es für besser, mich zurückzuziehen. Wie ich so durch die dunkle Stadt nach Hause radelte, überdachte ich noch einmal den Abend und mir wurde bewusst, wie schnell doch diese 17 Jahre vergangen waren!... (Frei nach "Verfasser unbekannt", siehe Abizeitung, Fanny-Leicht-Gymnasium Juni 1983)
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